Kritik: „Predator: Badlands“ – Wenn der Jäger seine Zähne verliert

 Mit Predator: Badlands versucht das traditionsreiche Predator-Franchise ein weiteres Kapitel aufzuschlagen. Doch was hier als Weiterentwicklung verkauft wird, fühlt sich eher wie eine Entfremdung vom eigenen Ursprung an. Denn bei aller Action, bei aller Hochglanz-Inszenierung bleibt am Ende vor allem eine ernüchternde Erkenntnis: Das hier ist kaum noch ein echter Predator-Film.

Die frühen Filme der Reihe – allen voran Predator – lebten von einer klaren, fast archaischen Idee: Ein überlegener außerirdischer Jäger trifft auf Menschen, die gezwungen sind, mit Instinkt, Mut und Improvisation ums Überleben zu kämpfen. Spannung entstand aus der Unsicherheit, aus der Unsichtbarkeit des Gegners und aus der brutalen Einfachheit des Konzepts: Jäger gegen Gejagte.

Predator: Badlands entfernt sich davon erstaunlich weit. Statt klaustrophobischer Jagd und gnadenloser Spannung bekommt man ein überfrachtetes Science-Fiction-Szenario, das mehr an ein generisches Action-Universum erinnert als an die rohe DNA der Reihe. Der Predator wirkt hier weniger wie eine unaufhaltsame Naturgewalt, sondern eher wie ein austauschbares Franchise-Maskottchen, das durch eine Welt läuft, die mehr Wert auf Lore-Erweiterung als auf Atmosphäre legt.

Gerade diese Übererklärung nimmt dem Mythos seine Kraft. Der Predator war immer dann am stärksten, wenn er rätselhaft blieb – ein lautloser Schatten im Dschungel, ein Gegner, der sich nicht vollständig begreifen lässt. In Badlands wird diese Mystik zunehmend durch Worldbuilding, technische Spielereien und erzählerische Umwege ersetzt. Das Ergebnis wirkt glatt, aber seltsam seelenlos.

Auch tonal wirkt der Film erstaunlich weit von dem entfernt, was Fans mit der Marke verbinden. Wo früher klares Survival-Kino stand, dominiert nun ein Mix aus Sci-Fi-Spektakel und Franchise-Mechanik. Die Konsequenz: Die Bedrohung verliert an Gewicht. Wenn alles größer, lauter und erklärter wird, bleibt weniger Raum für das, was Predator eigentlich ausmacht – Angst, Spannung und das Gefühl, dass der Tod jederzeit aus dem Dickicht springen könnte.

Am Ende bleibt Predator: Badlands deshalb vor allem eines: ein Film mit Predator, aber kaum noch ein Predator-Film. Für sich genommen mag er als Science-Fiction-Action funktionieren. Doch wer die rohe Intensität und die kompromisslose Jagd der ursprünglichen Reihe erwartet, dürfte sich fragen, wann genau das Franchise seinen eigenen Kern aus den Augen verloren hat.



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