Der Drache und der Vampir
Wie aus einem christlichen Verteidiger Europas ein Monster der Popkultur wurde – und warum das bis heute Folgen hat. Es gehört zu den bemerkenswertesten Eigenarten unserer Zeit, dass ganze Generationen gelernt haben, ihre eigenen Verteidiger zu verachten, während sie den Feinden ihrer Zivilisation mit beinahe romantischer Milde begegnen. Ausgerechnet jene Männer, die einst mit brutaler Entschlossenheit verhinderten, dass Europa unterging, gelten heute als Monster, Fanatiker oder primitive Gewalttäter – während Imperien, die tatsächlich ganze Völker versklavten, religiös unterwarfen und Städte verwüsteten, in westlichen Schulbüchern bisweilen als frühe Experimente „multikultureller Toleranz“ erscheinen. Kaum eine historische Figur illustriert diesen absurden Perspektivwechsel deutlicher als Vlad III. Drăculea, besser bekannt als Vlad der Pfähler – oder eben: Dracula. Der moderne Westen kennt Dracula als Vampir. Als blutrünstiges Wesen aus Horrorfilmen, als psychopathischen Sadisten mit ...






