Toxische Männlichkeit unerwünscht!
Es gibt Werbespots, die altern schlecht. Sie wirken geschniegelt, künstlich oder unfreiwillig komisch, weil sie das Lebensgefühl einer vergangenen Epoche konserviert haben. Und dann gibt es jene seltenen Aufnahmen, die nicht deshalb berühren, weil sie besonders kunstvoll wären, sondern weil sie eine Welt zeigen, die uns heute beinahe fremd geworden ist – nicht, weil sie so lange zurückliegt, sondern weil wir uns so weit von ihr entfernt haben. Genau das geschieht derzeit mit einem alten Werbespot von Gillette aus den 1980er-Jahren. Eine knappe Minute genügt, um Millionen Menschen eine merkwürdige Mischung aus Wehmut und Irritation zu entlocken. Man sieht Männer, die arbeiten, Sport treiben, Verantwortung übernehmen, heiraten, Kinder bekommen und ihren Söhnen die erste Rasur beibringen. Man sieht Frauen, die ihre Männer bewundern, Familien, die sich aufeinander verlassen, und Väter, die ihren Kindern Vorbilder sind. Nichts daran ist spektakulär, nichts provokant, nichts politisch – und...







