Heute ist alles ganz anders oder: Die große Lüge

Freunde, wir werden belogen. Ja, ich weiß, es klingt banal, das zu sagen, aber dennoch sollten wir uns damit auseinandersetzen und etwas genauer darauf eingehen.

Wir werden in Bezug auf viele Statistiken belogen. Möglicherweise werden wir auch in Bezug auf so manche Absichten belogen. Aber ganz sicher werden wir belogen, wenn es um das eine große aktuelle Thema geht, das euch sicherlich gerade im Kopf herumgeht, weil es jeden Tag durch die Medien geistert.

Wenn wir eine Behauptung oder einen aktuellen Sachverhalt als die große Lüge bezeichnen müssten - welcher wäre das? Jeder Mensch wird an dieser Stelle etwas anderes als große Lüge beschreiben. Ein Bergarbeiter wird etwas anderes als eine große Lüge anführen als ein Völkerrechtler. Jemand, der heute in der Kinderbetreuung arbeitet, ein Lehrer oder auch ein Arbeitgeber - jedem wird eine andere Antwort darauf einfallen, was die große Lüge sein könnte. Und jede Antwort wird auf ihre Art und Weise zutreffend sein.

Ich möchte hier meine persönliche Antwort auf diese Frage nach der großen Lüge als These vorlegen. Meiner Ansicht nach ist die große Lüge heute, dass dieses Mal alles völlig anders bewertet werden muss!

Probiert einmal den folgenden Gedanken aus: Die Mächtigen aller Epochen, insbesondere jedoch die heutigen Mächtigen, streben danach, uns zu überzeugen, dass sie eine moralische Ausnahme darstellen. Sie möchten uns glauben machen, dass ihre Handlungen selbst dann moralisch richtig sind, wenn sie frappierend denen früherer Übeltäter ähneln.

Oder um es einfach auszudrücken: Die Behauptung, dass dieses Mal alles völlig anders bewertet werden muss, ist Teil der "großen Lüge". Es ist falsch anzunehmen, dass heute eine magische Ausnahme gilt, in der alle moralischen Beurteilungen auf den Kopf gestellt werden können.

Ein Beispiel für die Anwendung dieser These der "großen Lüge" ist folgendes: Gelegentlich hört man von Vertretern etablierter Parteien, dass die Opposition verboten werden müsse, dass sie Feinde der Demokratie oder sogar Staatsfeinde seien. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, der erinnert sich, dass in der Historie verschiedener Nationen, immer wieder auf die Erklärung oppositioneller Parteien zu "Staatsfeinden" oder ähnlichem, regelmäßig sehr unschöne Entwicklungen folgten. Und vor allem, dass diejenigen, die dies taten, später zuverlässig als sehr böse Menschen bewertet wurden.

Hier kommt die These der "großen Lüge" zum Tragen: Politiker und Propaganda auf jeder Seite streben danach, ihre Bürger davon zu überzeugen, dass die aktuellen politischen Handlungen, selbst wenn sie Parallelen zu den Handlungen ihrer verurteilenswerten Vorgänger aufweisen, keinesfalls unmoralisch sind. Denn plötzlich sind sie, die gegenwärtigen Machthaber, die Ausnahme und die "Guten".

Es ist zusätzlich absurd und zynisch, dass man heute in Deutschland zum Staatsfeind der Demokratie erklärt wird, weil man den Staat und die Demokratie retten und bewahren möchte.

Es mag eine morbide Variante der "großen Lüge" sein, aber wir können den psychologisch-ethischen Mechanismus auch hier erkennen. In der DDR galt es aus heutiger Perspektive zweifellos als bösartige Propaganda, den politischen Gegner als faschistisch zu diffamieren. Heutzutage ist es jedoch wichtig und richtig, selbst wenn dasselbe Personal aus der DDR dies tun sollte, denn die Gegenwart hat eine größere Relevanz als jede andere Zeit. Zumindest fühlt es sich so an.

Ich betrachte es als eine eklatante Lüge, dass die Diffamierung von Gegnern als Faschisten, obwohl von der SED damals verurteilt, heute plötzlich als richtig angesehen wird. Wie einst in der DDR und im Dritten Reich werden auch heute "Kulturschaffende" für die Regierung mobilisiert, um gegen politische Gegner zu agitieren. Doch damals galt solch ein Verhalten als böse, falsch und undemokratisch. Heutzutage wird es jedoch als Ausdruck demokratischer Gesinnung dargestellt – zumindest versucht man uns das einzureden. Es ist wahrscheinlich, dass solche willigen Künstler, die teilweise direkt oder indirekt vom Staat unterstützt werden, sich das selbst einreden. Wie einst in der DDR und im Dritten Reich bedient man sich auch heute vager Begriffe wie "Hetze gegen Andersdenkende". Wenn heute Regierungskritiker als "Miesmacher" abgetan werden und euch das bekannt vorkommt, solltet ihr auf gar keinen Fall an die "Aktion gegen Miesmacher und Kritikaster" der Reichspropagandaleitung im Frühjahr 1934 denken.

In kaum vorstellbarem Ausmaß leistet die Regierung Zahlungen an Einrichtungen, Organisationen und Journalisten, ähnlich wie in vergangenen Zeiten, um ihre Botschaften zu verstärken und politische Gegner mit teils erfundenen Anschuldigungen anzugreifen. Ein aktuelles Beispiel sind die Berichte über Millionen-Zahlungen an den "Faktenchecker" Correctiv. In anderen Epochen und politischen Systemen würde eine solche Praxis als undemokratisch und verwerflich betrachtet werden. Doch wenn dies heute im "besten Deutschland aller Zeiten" geschieht, wird dieses Vorgehen plötzlich als moralisch und begrüßenswert dargestellt. Denn heute wird natürlich alles anders betrachtet und alle Moral gilt andersherum.

Ich betrachte dies eindeutig als Teil der "großen Lüge". Es ist bemerkenswert, wie "China-kompatibel" die deutsche Politik erscheint, was insbesondere Robert Habeck zu gefallen scheint. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erkennen, dass China unter Mao Zedong ab 1957 eine Säuberung durchlief, die als "Anti-Rechts-Bewegung" bekannt wurde. Der Einsatz des Begriffs "Kampf gegen Rechts" in Deutschland erinnert an die tyrannisch-kommunistische Idee aus der Mao-Zedong-Ära, deren Ziel es war, politische Gegner zu bekämpfen und die eigene Macht zu sichern. Doch während man heute in Deutschland einen "Kampf gegen Rechts" führt, der im Kern ähnliche Absichten wie jener Chinas verfolgt und praktisch die gleiche Wortwahl verwendet, behauptet man dennoch selbstbewusst, dass die Situation dieses Mal völlig anders sei und ein Vergleich mit jener Zeit als absurd abgetan werden müsse.

Entscheidet selbst, ob ihr ihnen glaubt oder ob es Teil der "großen Lüge" ist. Ich beanspruche nicht, euch eine große Wahrheit zu verkaufen; dennoch strebe ich danach, der Wahrheit näherzukommen. Das bedeutet auch zu erkennen, was definitiv nicht die Wahrheit ist, sprich: was eindeutig eine "große Lüge" darstellt. Wenn sie behaupten, dass ihr Verhalten magischerweise anders zu bewerten ist als ähnliches Verhalten zuvor in allen Zeiten und Systemen, dann solltet ihr überprüfen, ob dies möglicherweise eine "große Lüge" ist. Und wenn ihr vorläufig den Schluss zieht, dass man uns diese große Lüge auftischt, dann wisst ihr zumindest, wo die Wahrheit wahrscheinlich zu finden ist – nämlich im Gegenteil von dem, was Politik und Propaganda verbreiten.


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